Zwei Seelen wohnen in meiner Brust

Jetzt wo die Uni wieder angefangen hat, merke ich wie der Druck steigt.

Mein innerer Perfektionismus meldet sich wieder.

Studium, Arbeit, Blog, Social Media und Privatleben, jeden Tag höhere Anforderungen, die mich anspornen besser zu sein. Mittlerweile trudeln am Tag so viele Emails ein, dass ich jede Minute nutze, um sie zu beantworten.

Mein Stundenplan-Hick-Hack macht mich fertig, denn ich brauche einen Ablauf, eine zeitliche Vorgabe, wann und wie ich was machen kann. Es pendelt sich ein und das ist auch gut so, denn wenige haben Verständnis für das, was ich mache.

Ein Studium ist doch nicht anstrengend, das macht doch mittlerweile jeder.

Das stimmt vielleicht, aber die meisten meiner Kommilitonen arbeiten nicht noch 20-30 Stunden in der Woche. So fehlt mir manchmal die Luft zum Atmen und ich muss meinen inneren Kritiker abschalten, der sich überall einmischt.

Sind die Fotos gut genug? Hast du lange genug recherchiert? Soll ich darüber einen Text schreiben?

Und dann gibt es manchmal so Tage, wo ich vor dem Laptop sitze und kein Wort heraus kommt.

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Kooperationspartner warten ungern. Natürlich kann ich verstehen, dass jedes Produkt einzigartig ist und so möchte ich es auch behandeln. Ich möchte nicht einfach etwas lieblos runter schreiben, sondern allem meine Aufmerksamkeit widmen.

Aber ich bin nicht perfekt und es gibt Tage, wo ich keine Lust habe zu bloggen, weil ich gerade 100 Seiten für die Uni lesen muss. Aber gerade dann meldet sich mein super-fleißiges-Ich und irgendwie klappt doch alles wieder.

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Ich freue mich über jedes einzelne Paket, Produkt, Buch, Interview, das ich testen, lesen und schreiben darf. Das Bloggen ist und bleibt meine Leidenschaft, aber so einen kleinen Rahmen an nicht ganz so perfekt sein muss ich mir manchmal offen lassen.

In einer Gesellschaft, wo alles perfekt laufen soll, einfach alles funktioniert und wir auch noch besser sein sollen als die anderen, sage ich:

Man kann nur für sich selbst Perfektion definieren und sollte dabei die anderen nicht bewerten.

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So bin ich mehr als dankbar für meine Lebenssituation und auch froh darüber, aber auch ich habe Schwächen und fühle mich manchmal motivationslos. Denn ich bin eben nicht perfekt und so muss ich eben Prioritäten setzen, die manch einer nicht versteht, ich mich aber glücklich mit der Entscheidung fühle und glaubt mir, meine Vorgaben sind hoch genug und es fällt mir manchmal richtig schwer, Nein zu sagen und einen Gang runter zu schalten.

So ist es in mir, wie Goethe so passend schrieb: Zwei Seelen wohnen in meiner Brust!

Eine, die einfach nur glücklich sein will und bloggt, weil es ihr Spaß macht, und die andere, angespornt von Perfektion und Ehrgeiz, für die es manchmal schwer zu akzeptieren ist, dass ich nicht alles so schaffen kann, wie ich es möchte.

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So war schon für Aristoteles die goldene Mitte, der richtige Weg und auch ich werde versuchen, diesen zu gehen. Einfach mehr auf mich und mein Gefühl  hören und weniger nach rechts oder links schauen, mich einfach auf meinen Weg und mein Glück konzentrieren.

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3 Comments

  • *thea

    April 19, 2016 at 7:57 am

    Ich kann deine zwei Seelen sehr gut verstehen – neben einem Vollzeitjob fällt es mir oft auch schwer, dann noch mit voller Power zu Bloggen. Dabei ist es ja das, was mir Spaß macht, und wenn ich dann sehe – wie andere sich entwickeln, bin ich dann oft neidisch, dass ich nicht genug Energie in mein online Baby stecke…aber am Ende gewinnt dann meistens doch die chilligere Seele.

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  • Anna

    April 19, 2016 at 10:19 am

    Oh man, genauso ging es mir vor einiger Zeit auch und ich kann deine Gedanken total nachvollziehen. Irgendwann hat es aber einfach „Klick“ gemacht und diese ganzen doofen Gedanken sind abgefallen und aller Stress hat sich in Luft aufgelöst. Ich hoffe für dich und wünsche dir sehr, dass du herausfindest, was dein Herz will und dich darauf einlassen kannst! Ganz viel Erfolg dabei!

    Liebe Grüße
    Anna

    Antworten
  • Vera

    April 20, 2016 at 8:29 am

    Liebe Johanna, ich kann deine Gedanken und Gefühle so gut nachvollziehen. Der innere Perfektionist meldet sich aber auch immer in den ungünstigsten Momenten! Ich glaube, dass du auf dem richtigen Weg bist, da du schon eingesehen hast, dass du nicht immer perfekt sein kannst. Ich wünsche dir ein bisschen mehr Zeit zum Entspannen und viel Spaß bei den Dingen, die du zu erledigen hast.
    Und ich l i e b e dein Outfit auf den Fotos!
    Liebste Grüße
    Vera

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