30 Jahre ich

Noch 180 Tage und ich bin alt.

So fühlte sich der Gedanke – 30 Jahre alt zu werden – in den letzten Monaten an.

30? Ich? Das kann doch eigentlich nicht sein! War ich nicht gerade von Zuhause weggezogen, hatte mit dem Studium begonnen? Ich war doch erst in meinem Erasmussemester in Krakau und bin 25 geworden?

Es ist ein seltsames Gedankengespinst, das sich in meinem Kopf bildet. Überlegungen, ob ich nun Anti-Falten-Creme benutzen muss oder was sich an diesem anderen Geburtstag für mich ändert.

An meinem 18. Geburtstag hatte ich meine Führerscheinprüfung. Es war ein toller Tag, denn alles lief glatt und ich stolzierte, mit diesem mich nun unabhängig machenden Dokument zu meinen Eltern. Ich setzte eine traurige Miene auf, und als meine Mutter die Tür aufmachte und hörte ich nur: Ach Schatz, das macht doch nichts! Dann bestehst du ihn eben beim nächsten Mal. Genauso wie ich mich daran erinnere, wie meine Mutter mir freudestrahlend um den Hals fiel, als ich dann zu grinsen anfing und ihr meinen Führerschein entgegenstreckte. Es war ein toller Geburtstag. Eine Bekannte hatte eine Schokotorte gebacken, mit einer großen 18 darauf. Und auch meine Gartenparty am Wochenende darauf war, selbst im September, von gutem Wetter gekrönt.

Mein 20. Geburtstag war ziemlich studentisch geprägt. Er fiel auf einen Sonntag und meine damaligen Freundinnen schleppten mich von Bar zu Bar, wo wir um Mitternacht in einer Studentenbar versackten und mit Shots, sowie Sekt auf meinen Einstieg in die Studentenwelt anstießen. Am nächsten Tag gab es, leicht verkaterten Kaffee und Kuchen bei meinen Eltern und auch dies schien mir perfekt.

Meinen 25. Geburtstag habe ich leider nicht so schön in Erinnerung. Nach meinem 7- monatigen Aufenthalt in Krakau, war ich fluchtartig noch vor meinem Geburtstag nach Berlin aufgebrochen. Ich wollte nicht feiern, denn ich wollte mich nicht von meinen Freunden beeinflussen lassen, dass es eigentlich eine Schnapsidee war nach Berlin zu ziehen und so endete der Tag mit Sushi mit ein paar Bekannten, die nicht einmal wussten, dass ich Geburtstag hatte.

Seitdem gab es noch 4 andere Geburtstage, die ich seitdem ich mit meinem Mann zusammen bin, mit wunderschönen Feiern im kleinen Freundeskreis gefeiert habe.

Und nun steht er an – mein 30. Geburtstag und seit dieses Jahr angefangen hat, zerbreche ich mir über ihn den Kopf. Ich möchte aus ihm etwas besonderes machen, weil ich mich verändert habe. Ich möchte gerne mit meiner Familie und meinen Freunden, auf dieses Lebensjahr anstoßen und auf die letzten, die mich verändert haben.

Aus dem 18-jährigen Partygirl, über die reiselustige und umtriebige Studentin, zu der bodenständigen Frau zu der ich heute geworden bin. Zu der vielleicht Karrierefrau, irgendwann mal Mutter, aber auf jeden Fall unglaublich glücklichen und zufriedenen Person, die ich geworden bin.

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6 Comments

  • Anna

    März 21, 2016 at 10:19 am

    Als du den Artikel gestern auf Facebook angekündigt hast, hatte ich schon Angst, dass du etwas dazu schreibst, dass das Leben bald vorbei sei und 30 alt ist oder so. 😉 In letzter Zeit lese ich leider viel zu oft solche Sachen und finde es schade und traurig das viele (besonders Frauen) so denken…

    Gut, dass es bei dir nicht so ist, denn du hast noch nicht einmal die Hälfte geschafft – wir werden doch mindestens 100! 😉

    Ich bin sehr gespannt, wie du deinen 30. feiern möchtest und wenn du Hilfe oder Unterstützung bei der Ideenfindung oder Orga brauchst, gib einfach Bescheid!

    Liebe Grüße
    Anna

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  • katrin

    März 21, 2016 at 11:47 am

    Ich dachte auch immer so. Ich 30… jetzt bin ich alt… jetzt geht es zuende… aber ganz im gegenteil. Jetzt hab ich das gefühl erst richtig durchzustarten. Das leben hat soviel zu bieten und wenn man erstmal die zeit hinter sich hat in der man sich so richtig ausgetobt hat kommt jetzt das alter wo man anfangen kann mit einem wachen und reiferen kopf in das leben zu starten.

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  • Geri Amazon

    März 21, 2016 at 1:28 pm

    😀 Als ich vor Jahren 30 wurde hatte ich Panik, nicht das erreicht zu haben was ich mit 20 wollte. Mittlerweile mess ich mich nicht mehr an Zahlen.. Ich versuche alterslos zu leben.

    LG
    Die alte Schachtel 😀

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  • Ann-Kathrin

    März 24, 2016 at 12:08 pm

    Ich bin Anfang März 28 geworden – es dauert also noch ein bisschen länger, bis ich die 30 erreiche. Ich freue mich tatsächlich schon auf meinen 30. Geburtstag. Für mich bedeutet es irgendwie dann so richtig erwachsen zu werden, auch wenn es wahrscheinlich in Wirklichkeit nicht viel ändern wird.
    Liebe Grüße

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    • johanna

      März 29, 2016 at 8:45 am

      Hallo Ann-Kathrin, ja vielleicht ist es auch das was mir so ein wenig Angst macht. Plötzlich halten dich alle für ERWACHSEN und natürlich freue ich mich sehr darauf und glaube kaum, dass ich mich von heute auf morgen verändere, trotzdem sehen dich viele einfach anders.

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